Technische Hilfsmittel

Technische Hilfsmittel sind Gerätschaften und Einrichtungen, die für die längere Nutzung bestimmt sind. Sie sollen dem Pflegebedürftigem eine einfachere Bewältigung des Alltags und eine möglichst weitgehend selbständige Lebensweise ermöglichen. Detailliert gelistet sind zuschussfähige technische Pflegehilfsmittel in den Produktgruppen Hilfsmittelverzeichnisses. 

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Vereinfachung der Pflege

Pflegebetten und -zubehör, Sitzhilfen

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Körperpflege, Hygiene

Mobile Kopf- und/oder Ganzkörperwaschsysteme

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Selbständige Lebensführung

Hausnotrufsysteme, Rollatoren, Rollstühle, Prothesen

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Linderung von Beschwerden

Lagerungsrollen

Wer verordnet technische Hilfsmittel?

Der Ablauf bei der Genehmigung von Pflegehilfsmitteln ist durch die Hilfsmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (des höchsten Organs im deutschen Gesundheitswesen) festgelegt. Um einen Zuschuss der Pflegekasse für ein Hilfsmittel zu erhalten, brauchen Sie beziehungsweise die pflegebedürftige Person eine ärztliche Verordnung. Sie muss möglichst präzise und eindeutig ausgefüllt werden, am besten unter Nennung der konkreten Hilfsmittelnummer aus dem Hilfsmittelverzeichnis (mehr dazu im nächsten Absatz). Neben den genauen Angaben zum Hilfsmittel muss das Rezept unter anderen auch Angaben wie das Datum, die Diagnose sowie gegebenenfalls Details zur benötigten Anzahl und zur Ausführung enthalten.

Senioren am Rechner

Wie und wo stellt man einen Antrag?

In Sachen technische Hilfsmittel hat jede Krankenkasse ihre eigenen Handlungsanweisungen. Zunächst ist eine gültige ärztliche Verordnung des Hilfsmittels vorzulegen. Um die Bearbeitung Ihres Antrags möglichst verzögerungsfrei in die Wege zu leiten, empfiehlt es sich, detailgenaue Informationen über das/die benötigte/n Hilfsmittel einzuholen. Eine Abfolge sinnvoller Schritte bis zum Einreichen der Verordnung könnte etwa so aussehen:

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Der behandelnde Arzt bespricht mit Ihnen die wichtigsten Details des zu beantragenden Hilfsmittels.

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Mit dem voraussichtlichen Lieferanten – zum Beispiel mit dem Sanitätshaus Ihres Vertrauens – klären Sie, ob das Hilfsmittel in mehreren Ausführungen existiert, welche Modelle für Sie, beziehungsweise für die pflegebedürftige Person, in Frage kommen und inwieweit Ihre Pflegeversicherung die Kosten für die gewünschte Variante übernimmt. 

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Das Fachpersonal im Sanitätshaus wird Ihnen gerne die Details nennen, die der Arzt in seiner Verordnung anführen muss. Dazu gehören unter anderem genaue Modell- und, sofern anwendbar, Größenbezeichnungen. Fehlen diese Angaben, kann es passieren, dass die Pflegeversicherung ein kostengünstigeres Modell von einem anderen Hersteller organisiert.

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Der Arzt stellt die endgültig formulierte Verordnung aus. Sie reichen sie bei der Pflegekasse ein. Rechnen Sie mit einer Bearbeitungszeit von bis zu vier Wochen.

Unbedingt beachten: Falsch oder unvollständig ausgefüllte Verordnungen werden von der Versicherung so gut wie nie akzeptiert. Sie können zu einem anstrengenden Hin und Her zwischen Sanitätshaus und Arztpraxis führen – und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn oft bleibt es dem Antragsteller überlassen, für einen korrekt gestellten Antrag zu sorgen.

Hinweis: Zuschüsse zur Finanzierung wohnumfeldverbessernder Maßnahmen, etwa zur Installation eines Treppenlifts, zur Verbreiterung von Türrahmen oder für den Umbau des Badezimmers, sind ebenfalls bereits ab Pflegestufe 1 möglich. Mehr dazu und über entsprechende Anträge bei der Pflegeversicherung erfahren Sie hier.

Kostenübernahme und Zuzahlungen für technische Hilfsmittel

Eine Zuzahlung für technische Hilfsmittel müssen Versicherte leisten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Der Eigenanteil beträgt zehn Prozent der Kosten, maximal jedoch 25 Euro pro Hilfsmittel. Entscheiden Sie sich für ein Pflegehilfsmittel, das mehr kostet, als es der von der Pflegekasse definierte Festbetrag vorsieht, müssen Sie sowohl den Eigenanteil als auch den Differenzbetrag selbst bezahlen.Größere, wiederverwendbare Hilfsmittel, etwa ein Rollstuhl oder ein Pflegebett, werden leihweise zur Verfügung gestellt; unter Umständen fällt eine Leihgebühr an. Gleichgültig, ob Sie Hilfsmittel gekauft oder geliehen haben – es macht Sinn, alle Quittungen über Zuzahlungen aufzubewahren: Die Pflegekasse kann dem Versicherten bei Erreichen der Belastungsgrenze eine Befreiung vom Eigenanteil gewähren.

Widerspruch gegen einen ablehnenden Bescheid

Ein nicht korrekt ausgefüllter Antrag, eine ungenügende Erläuterung des Bedarfs oder eine Fehleinschätzung des Pflegegrads durch den MDK können dazu führen, dass Ihr Antrag abgelehnt oder die Kostenübernahme nur zum Teil genehmigt wird. Es empfiehlt sich nicht, das einfach hinzunehmen. Legen Sie innerhalb der angegebene Frist Widerspruch ein (zum Beispiel auf dem Formular, das dem Ablehnungsbescheid meistens beiliegt). Zur Begründung des Widerspruchs haben Sie mehrere Optionen – von einem klärenden Gespräch mit der Krankenkasse über eine Bescheinigung des behandelnden Arztes bis zur Inanspruchnahme fachlicher Hilfe, zum Beispiel in Form von Pflege- und/oder Rechtsberatung.

Wir stellen für Sie die Anträge!

Sie haben einen Pflegegrad und wollen Leistungen für wohnumfeld-verbessernde Maßnahmen beantragen? Seniovo übernimmt für Sie die Antragsstellung und die Kommunikation mit der Pflegekasse. Wir sorgen dafür, dass Sie die Zuschüsse erhalten, die Ihnen zustehen!

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