Ebenerdige Dusche - 5 Herausforderungen beim Umbau

Ebenerdige Dusche mit Festverglasung und Waschbecken

Damit der tägliche Gang ins Bad auch für körperlich eingeschränkte Personen möglichst lange allein zu bewältigen ist, muss das Badezimmer barrierefrei oder zumindest barrierearm gestaltet werden. Große Stolperfallen wie an Duscheingängen sollten daher vermieden werden. Bei Neubau wird eine ebenerdige Dusche oft mitgedacht. Es ist jedoch auch möglich nachträglich eine schwellenlose Dusche einzubauen. Der Umbau birgt aber einige Herausforderungen: Von der Abdichtung bis hin zu den Kosten, wir zeigen die Lösungen und geben Tipps.

Herausforderung 1 – Aufbauhöhe nicht in jedem Haushalt möglich

Um eine ebenerdige Dusche realisieren zu können, benötigt der vorhandene Boden des Badezimmers eine bestimmte Aufbauhöhe. Diese wird durch die Stärke der einzelnen Bodenschichten wie Estrich, Rohdecke und Rohboden und Bodenbelag bestimmt. Die jeweilige Höhe können Sie den Bauzeichnungen Ihres Wohnhauses entnehmen oder einen Fachmann zur Bestimmung beauftragen.

Ausschlaggebend ist die Aufbauhöhe des Bodens vor allem in oberen Etagen, denn hier müssen alle Abläufe in den Boden einbaubar sein. Befindet sich unter dem Bad dagegen ein Keller oder ein Abstellraum, können Ablaufrohre auch tiefer gesetzt werden.

Da ältere Duschwannen oft höher sitzen, verlaufen meist auch die vorhandenen Ablaufrohre höher und können nicht für die ebenerdige Dusche genutzt werden, da das Wasser so nicht ordnungsgemäß abfließen kann. Sofern die Aufbauhöhe es erlaubt, können die Abflussrohre tiefer gesetzt werden. Diese Arbeiten sind recht aufwendig und kostenintensiv.

Eine weitere Möglichkeit für den reibungslosen Ablauf bei geringem Bodenaufbau ist ein Wandablauf. Dieser ist nachträglich aber nicht immer leicht zu installieren und erfordert wiederum eine ausreichende Stärke der vorhandenen Wand. Alternativ kann zwar auch eine Vorwandinstallation gewählt werden, dies bedeutet aber immer Raumverlust.

Eine einfachere Lösung bietet ein sogenannter „Kombibogenabzweig“. Dieser erlaubt es, den Ablauf der Dusche unterhalb des WC-Anschlusses ins Fallrohr leiten zu können. Alternativ stellen einige Firmen Pumpen zur Verfügung, mit denen das Wasser von niedriger gelegenen Abflüssen hochgepumpt wird und so über ein höherliegendes Abflussrohr ablaufen kann.

Eine solche Pumpe wird hinter einer Revisionsklappe in die Wand eingebaut und die Pumpleistung über einen Strömungsmesser automatisch reguliert. Durch die Anpassung zwischen Zufluss- und Abflussmenge sollen laute Sauggeräusche am Siphon verhindert werden. Als Membranpumpe arbeitet die Anlage filterlos und wartungsfrei.

Herausforderung 2 – Abdichtung der Duschtasse

Viele Unternehmen bieten eine mangelhafte Abdichtung an, da diese Lösung sehr viel günstiger und für den Kunden erstmal attraktiv ist. Allerdings ist hier besondere Vorsicht geboten: Schlechte Abdichtungen können zu großen Problemen wie Überschwemmung und Schimmelbildung führen, weshalb hier unbedingt die Normen der DIN 18534 „Abdichtung von Innenräumen“ eingehalten werden müssen.

Die Herausforderung bei bodengleichen Duschen für Planer und ausführende Firmen besteht darin, gleichzeitig Barrierefreiheit und die Regeln für die Abdichtung der wasserbeanspruchten Flächen zu berücksichtigen. Da der Boden und die Wandanschlüsse stark durch Wasser belastet werden, muss der Aufwand bei der Abdichtung ausreichend groß sein. Die Abdichtung muss daher dauerhafte und zuverlässige Dichtheit bieten, aber auch beständig gegenüber Stoffen, die planmäßig auf das Abdichtungssystem einwirken, und rissüberbrückungsfähig sein. Gleichzeitig müssen aber auch unplanmäßige Ereignisse wie mechanische, thermische und chemische Einwirkungen beachtet werden.

Geeignete Schutzlagen oder Schutzschichten sind daher am besten flächig zu verlegen und Fugen zwischen Wand- und Bodenfliesen nicht mit Mörtel, sondern mit dauerelastischem Dichtstoff auszuführen. Entsprechend der gewählten Bodenbeläge wählt man für Fliesenbeläge beispielsweise Sanitärsilikon, während für Natursteinbeläge ein chemisch damit verträglicher Natursteinsilikon notwendig ist.

Während Bodenflächen von barrierefreien Duschen gemäß der DIN 18534 eine Klassifizierung von Klasse W2-I (Wassereinwirkung hoch) zugeschrieben werden, hängt die Wassereinwirkungsklasse der angrenzenden Bodenflächen davon ab, ob eine Duschabtrennung vorgesehen ist oder nicht.

Die Abdichtung für die ebenerdige Dusche bedarf einer genauen Planung, die dem Einzelfall angepasst werden und den Normen entsprechen muss. Gleichzeitig ist auch bei der Ausführung größte Sorgfalt angebracht, weshalb die Auswahl von erfahrenen Fachfirmen unbedingt zu empfehlen ist.

Insbesondere in Mehrfamilienhäusern ist neben der Abdichtung gegen Feuchtigkeit auch der Schallschutz bei der Planung einer ebenerdigen Dusche zu berücksichtigen und entsprechende Schichten in den Aufbau einzukalkulieren.

Abdichtung der ebenerdigen Dusche nach DIN 18534

  • Während Badewannen oder Duschtassen mit Schwelle der Wassereinwirkungsklasse W1-I zugeordnet werden, unterliegt die ebenerdige Dusche einer höheren Beanspruchung und somit der Klasse W2-I
  • Die Klasse ergibt sich daraus, dass die Flächen Spitz- und zeitweise angestautem Wasser ausgesetzt sind. 
  • Das muss gemacht werden: Verbauen eines feuchte-unempflindlichen Untergrunds, Verlegen von Feuchtigkeitssperren, Fugen mit dauerelastischem Dichtstoff ausführen

Abdichtung der ebenerdigen Dusche nach DIN 18534

Wir dichten den Feuchtraum fachgerecht nach geltender Norm DIN
18534 und unter Berücksichtigung der jeweiligen
Beanspruchungsklasse.

Duschablauf mit Gefälle
Duschablauf mit geringem Gefälle

Herausforderung 3 – Gefälle der Dusche und reibungsloser Wasserablauf

Eine Dusche muss mit einem entsprechenden Gefälle ausgestattet werden, um den zügigen und kompletten Wasserablauf zu gewährleisten und Probleme zu vermeiden. Die Wahl des richtigen Gefälles ist jedoch von der baulichen Situation abhängig.

Zur Entwässerung von bodenebenen Duschen werden heute immer häufiger Duschrinnen genutzt. Werden diese Rinnen allerdings falsch geplant und eingebaut, kann es zu erheblichen Problemen kommen.

Damit das Wasser am Boden optimal in Richtung Duschrinne abfließen kann, empfiehlt sich ein Gefälle von mind. 2 %. Bei einer 1 Meter tiefen Dusche wäre dementsprechend ein Höhenunterschied von 2 Zentimetern notwendig. Mit entsprechenden Bodensystemen lässt sich ein solches Gefälle besonders leicht realisieren, aber den Fachfirmen stehen auch weitere Aufbaumöglichkeiten zur Verfügung.

Neben dem Gefälle muss der maximale Abflusswert des Duschabflusses beachtet werden, um eine Überschwemmung ins Badezimmer zu vermeiden. Insbesondere bei nicht wand-, sondern raumseits verbauten Duschrinnen muss zudem verhindert werden, dass zu schnell fließendes Wasser über die Rinne hinausschießt.

Die anfallende Wassermenge wird durch das Durchlaufvolumen der Duscharmaturen bestimmt und beträgt in der Regel etwa 0,15 bis 0,2 l/s. Werden Duschpaneele oder -köpfe mit einem höheren Wasserdurchlauf genutzt, muss gegebenenfalls eine Duschrinne mit mehreren integrierten Abläufen gewählt werden.

Bad mit ebenerdiger Dusche und kleinen Fliesen
Hübsche Schutzfänger - Kleine Fliesen sehen gut aus, sind jedoch aufwändig in der Reinigung

Herausforderung 4 – Fugen sind Schmutzfänger

Viele Duschen werden gefliest, da so eine individuelle und einheitliche Gestaltung des Bodens möglich ist. Fliesen sehen hübsch aus, haben aber viele Fugen. Das Problem dabei: Fugen sind nicht leicht zu reinigen und stellen eine Angriffsfläche für Schimmel und Schmutz dar. Vor allem im Boden- und unteren Wandbereich sollten daher große Fliesen gewählt werden. Noch einfacher ist dagegen eine bodengleiche Duschtasse, die ganz ohne Fugen auskommt und so noch einfacher zu reinigen ist. Mit Materialien wie zementgebundenem Feinputz und Tadelakt sind sogar komplett fugenlose Wand- und Bodengestaltungen möglich. Um Unfälle und zusätzliche Antirutschmatten zu vermeiden, sollte für den Duschboden in jedem Fall ein rutschhemmendes Material gewählt werden.

Herausforderung 5 – Der Umbau zur bodengleichen Dusche kostet (eine Menge?) Geld!

Der Einbau einer ebenerdigen Dusche ist entsprechend der baulichen Gegebenheiten mit größeren Umbaumaßnahmen verbunden. Müssen Wasser- und Abflussrohre neu verlegt werden, kommen schnell hohe Kosten für das neue Duschvergnügen zusammen. Daher sollte man gut überlegen, ob Aufwand und Kosten im Verhältnis zum Nutzen stehen. Ist eine ebenerdige Dusche nicht unbedingt notwendig, kann auch eine Duschtasse mit geringer Restschwelle von acht bis zehn Zentimetern eine gute Alternative darstellen, die zwar nicht barrierefrei, aber gut zugänglich ist. Eine solche Duschtasse lässt sich überall leicht verbauen und ist günstig, da der Bodenaufbau gleich bleibt.

Schwelle zur Dusche
Kostengünstiger und einfach zu realisieren - Dusche mit kleiner Restschwelle

Die Kosten für ein barrierefreies Bad werden allerdings auch durch verschiedene Förderprogramme unterstützt. So bietet die KfW-Bankengruppe (früher: Kreditanstalt für Wiederaufbau) mit dem Förderprogramm 159 einen besonders zinsgünstigen Kredit von bis zu 50.000 Euro und einen Zuschuss von bis zu 6.250 Euro für den Abbau von Barrieren und für mehr Wohnkomfort. Die Zuschüsse sind dabei unabhängig vom Alter und sollen Barrieren in allen Wohnungen reduzieren.

Zuschüsse gibt es für bereits Pflegebedürftige zudem von der Pflegekasse. Der Zuschuss von maximal 4.000 Euro muss allerdings vor Beginn der Umbauarbeiten genehmigt werden.

Wir stellen für Sie die Anträge!

Sie haben einen Pflegegrad und wollen Leistungen für wohnumfeld-verbessernde Maßnahmen beantragen? Seniovo übernimmt für Sie die Antragsstellung und die Kommunikation mit der Pflegekasse. Wir sorgen dafür, dass Sie die Zuschüsse erhalten, die Ihnen zustehen!

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